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Notizen & Berichte


Exzellente Einspielung von Werken für Klavier

Beim Label Grand Piano Records (Naxos) erschien im
Mai 2017 eine neue CD mit Aufnahmen aller wichtigen Klavierwerke von Wolfgang Jacobi – einige als World première recordings! Die herausragende Pianistin Tatjana Blome (Foto) hat diese zusammen mit dem ebenso renommierten Holger Groschopp eingespielt und eine beeindruckende Doppel-CD vorgelegt, die es ermöglicht, Jacobis Werke für Klavier solo, zwei Klaviere und zu vier Händen auf umfassende und bisher nie dagewesene Weise kennenzulernen.
Die CD Jacobi Piano Works ist eine Koproduktion mit BR-Klassik und bei allen bekannten CD-Versand- und Verkaufsstellen erhältlich. – Unbedingt empfehlenswert!

Siehe auch hier: Information – CDs


Jacobi-Film in Vorbereitung

Der renommierte Saxophonist und Produzent Jazz Hamilton plant, zusammen mit einem US-Filmteam einen Dokumentarfilm über Wolfgang Jacobi und seine bewegende Lebensgeschichte zu drehen. »Jacobi Remembered – The Story of German Composer Wolfgang Jacobi« soll der Biographie des einst verfemten Komponisten gewidmet sein, die beispielhaft ist und für viele Künstler steht, deren Leistungen durch den Nazi-Terror zum Verstummen gebracht und später beinahe vergessen wurden.
Der Film wird das musikalische Schaffen Jacobis und dessen besondere Bedeutung im Bereich der Saxophonliteratur beleuchten. Als einer der ersten Komponisten, die Werke für
das klassische Saxophon und später auch für das klassische Akkordeon schrieben, soll Wolfgang Jacobi filmisch gewürdigt und einem breiteren, internationalen Publikum auf beiden Seiten des Atlantiks bekannt gemacht werden.
Für das Projekt werden noch Kooperationspartner und Sponsoren gesucht!

Mehr Infos dazu unter: JacobiRememberedSponsorsProposal.pdf


Erfolgreiche »Ausgrabung« von Orchesterwerk

Es war ein beeindruckendes Konzert und ein großartiges Erlebnis, die Aufführung von Wolfgang Jacobis »Divertimento« durch das Philharmonische Orchester Vorpommern! Darüber waren sich alle einig. Auch der eigens angereiste Enkel Jacobis, Dr. Andreas Ullrich, und GMD Golo Berg, Leiter des Orchesters (Foto unten). Beide gaben vor dem Konzert am 31. Mai 2016 im Theater Greifswald zusammen mit der Musikdramaturgin Stephanie Langenberg eine Einführung in das bedeutende Jacobi-Werk (Foto Mitte) und freuten sich anschließend über eine gelungene Aufführung vor ausverkauftem Haus.
An den beiden Folgetagen präsentierte das Orchester das »Diverti-
mento« noch in zwei weiteren Konzerten im Theater Stralsund und sorgte so für eine erfolgreiche Wiederentdeckung des Werks, das lange Zeit aus dem Konzertleben verschwunden war und hoffentlich in Zukunft wieder häufiger zu hören sein wird.

Fotos: Ralf Winter


Preis-Vergabe bei »Akkordeon-Musik-Festival«

Henrik Letzer aus Coburg hat beim AMF 2015, dem »Akkordeon-Musik-Festival« des Deutschen Harmonika-Verbandes e.V., den Wolfgang-Jacobi-Sonderpreis gewonnen. Er erspielte sich bei dem Wettbewerb Anfang Juni in Bruchsal 49 von 50 möglichen Punkten in der Kategorie Akkordeon-Solo M II/M III gemischt, Altersgruppe 5 – und überzeugte mit seiner Interpretation eines Jacobi-Werks auch den anwesenden Enkel des Komponisten,
Dr. Andreas Ullrich. Dieser überreichte Henrik Letzer den verdienten Sonderpreis, bestehend aus einer extra von Jacobis Tochter, der Bildhauerin Ursula Ullrich-Jacobi, gestalteten Medaille und einem Geldpreis in Höhe von 1.000 Euro (Foto Mitte).
Mit der Preis-Vergabe soll u.a. das Interesse junger Akkordeonisten an der Akkordeon-Literatur Wolfgang Jacobis gesteigert werden. Zu den Gratulanten zählten auch Jochen Haußmann MdL, Präsident des Deutschen Harmonika-Verbandes und Ulli Hockenberger, Bürgermeister der Stadt Bruchsal (Foto rechts).

Fotos: Manfred Baudisch/DHV


Erfreuliche Würdigungen zum Gedenktag

Anlässlich von Wolfgang Jacobis 120. Geburtstag, am 25. Oktober 2014, fanden diverse Konzerte und Aufführungen seiner Werke statt. Darunter auch die erste Aufführung der im Frühjahr 2014 in den USA wiederentdeck-
ten »Studien nach Lully« für Altsaxophon und Klavier! Außerdem wurde in Vorträgen, Einführungen und Gesprächen an das Leben und Schaffen Jacobis erinnert und seine Lebensleistung gewürdigt. So u.a. in Jacobis Geburtsstadt Bergen auf Rügen, wo Musikpublizist Ekkehard Ochs vor der Eröffnung einer Jacobi-Sonderausstellung einen Vortrag über den Komponisten hielt (Foto).
Auch in der Presse erschienen mehrere Veröffentlichungen, wie etwa die schöne Würdigung von Dr. Franzpeter Messmer in der neuen musikzeitung.


Russischer Akkordeonist überzeugt mit »Impromptu«

In der Solistenklasse (Kategorie IV) des 50. Internationalen Akkordeonwettbewerbs Klingenthal, der vom 5. bis 12. Mai 2013 stattfand, konnte Iosif Purits aus Russland die meisten Punkte sammeln. Er gehörte zu den vier Finalisten dieser »Königsdisziplin«, die als Pflichtkonzertstück Wolfgang Jacobis »Impromptu« für Akkordeon und Kammerorchester zu interpretieren hatten. Den 2. Platz belegte Marko Ševarlić aus Serbien, den 3. Hanzhi Wang aus China.
Im Rahmen des abschließenden Preisträgerkonzerts des Wettbewerbs spielte Iosif Purits das Werk dann noch einmal zusammen mit der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter GMD Stefan Fraas - und begeisterte Publikum und Presse!

Foto: Ralph Beck

»Cantata«-Video bei YouTube

Während des begeisternden Gedenkkonzerts zum 40. Todestag Wolfgang Jacobis, das im Dezember 2012 in Berlin stattfand, wurde eine Aufzeichnung von der sehr schönen Aufführung der »Cantata« (1936) gemacht. Das Video mit Verena Rein (Sopran), Frank Lunte (Saxophon) und Tatjana Blome (Klavier) ist seit kurzem online und auf YouTube zu finden.
Singstimme und Saxophon stehen in dem Jacobi-Frühwerk für ein Liebespaar, dessen Liaison in sehr erotischen, italienischen Texten beschrieben wird. 


Julius Schepansky gewinnt Jacobi-Preis

Beim DAM, dem bedeutenden Wettbewerb »Deutscher Akkordeon-Musikpreis«, wurde 2012 erstmals ein Sonderpreis Wolfgang Jacobi ausgeschrieben. Der Preis für die beste Interpretation eines Akkordeon-Solo-Werks des Komponisten ging an den jungen Akkordeonisten Julius Schepansky aus Lünen (Kategorie Akkordeon-Solo Standardbass, Altersgruppe 3). Er überzeugte die Jury mit seiner Interpretation des »Konzertrondos« von Wolfgang Jacobi. Die Übergabe des Preises nahm Jacobi-Enkel Dr. Andreas Ullrich vor, der extra nach Bruchsal gereist war, wo der Wettbewerb im Juni stattfand.

Fotos: Christoph Plass

Jacobi im neuen Tonkünstler-Kalender

Der in Verbindung mit dem Deutschen Tonkünstlerverband herausgegebene »Tonkünstler-Kalender« enthält 2012 eine schöne Würdigung Wolfgang Jacobis. Der DTKV rückt jedes Jahr einen für den Verband besonders bedeutenden Komponisten mit einer speziellen Seite am Anfang des Taschenkalenders in den Fokus – und diese »Einstiegsseite« ist 2012 Wolfgang Jacobi gewidmet! Mit dem informativen Kurzporträt wird einmal mehr an dessen Leben und verdienstvolles Schaffen erinnert.

Weiteres unter: www.zimmermann-frankfurt.de


Informationsbroschüre über verfemte Komponisten

Zum Abschluss der Berliner Ausstellung »Von den Nazis verfemte Komponisten: verdrängt, vertrieben, ermordet« ist Ende 2011 eine sehr informative Broschüre erschienen, die die vielbesuchte Ausstellung samt Begleitprogramm dokumentiert. Der »Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.« hatte die Sonderausstellung in Zusammenarbeit mit dem Verein »musica reanimata« präsentiert und so über das Schicksal von 20 Komponisten – darunter Wolfgang Jacobi – informiert, die auf verschiedene Weise unter den Nationalsozialisten zu leiden hatten.

Die Ausstellungsbroschüre wurde in der Schriftenreihe des »Förderkreises« publiziert.
Sie kann bei dem Verein angefordert werden: Fon +49. (0)30. 28 04 59-60
e-Mail: info[at]holocaust-denkmal-berlin[dot]de


Jacobi-Übersetzung neu erschienen

Die Instrumentationslehre »Die Technik des modernen Orchesters« von Alfredo Casella und Virgilio Mortari – für viele ein unübertroffenes Standardwerk – wurde erstmals 1961 in deutscher Sprache herausgebracht. Wolfgang Jacobi hatte die Übersetzung der italienischen Originalausgabe von 1950 übernommen, da er das Werk sehr schätzte und es selbst für seine Arbeit nutzte. In einem Brief an den jungen Hans Zender schrieb er 1953: »Das ist das beste, was über moderne Instrumentationskunst gearbeitet ist. Das Werk ist außerordentlich wertvoll durch sein reiches Beispielmaterial unsrer großen Zeitgenossen.«

Jacobi beherrschte die italienische Sprache ausgezeichnet. Dennoch tauschte er sich mit Virgilio Mortari über spezielle Übersetzungsfragen aus. Auch zog er renommierte Musiker und Dozenten der Musikhochschule München als Sachberater für die deutsche Ausgabe der Instrumentationslehre hinzu. Denn Jacobi übersetzte das Werk nicht nur, sondern bereicherte es auch mit einigen ergänzenden Anmerkungen.

Der Ricordi Verlag München hat die lange vergriffene deutsche Fassung nun Ende 2010 erneut als Reprint veröffentlicht. 

Weitere Informationen unter: www.ricordi.de


Jacobi und Scharwenka

Die Scharwenka Stiftung in Bad Saarow (bei Berlin) kümmert sich seit einiger Zeit um die Aufarbeitung des Lebens und Schaffens von Xaver Scharwenka (1850–1924), der unter anderem einst das berühmte Klindworth-Scharwenka-Konservatorium in Berlin gründete. 

In Scharwenkas zeitweiligem Wohnhaus in Bad Saarow soll nun ein Kulturforum mit kleinem Musikermuseum eingerichtet werden, in dem auch die profiliertesten Dozenten und Absolventen des Konservatoriums gewürdigt werden sollen. Hierzu gehört auch Wolfgang Jacobi, der von 1922–1933 am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium unterrichtete und als bedeutende Persönlichkeit bedacht werden wird.

Weitere Informationen unter: www.scharwenka-stiftung.de


Festspiel-Event zu Ehren Wolfgang Jacobis

Viel Applaus von einem begeisterten wie berührten Publikum – damit endete das Wolfgang Jacobi gewidmete Konzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, das im Juli 2009 in Stralsund stattfand.

Erstmals hatte das bedeutende Musikfestival dem in Bergen auf Rügen geborenen Komponisten ein Forum gegeben und ihn in der Reihe »Musik aus MV« vorgestellt. Kammermusik in verschiedenen Besetzungen und aus unterschiedlichen Schaffenszeiten Jacobis stand auf dem Programm, aufgeführt von Mitgliedern des herausragenden, international gefeierten Fauré Quartetts (Klavierquartett) sowie von den ebenso renommierten Musikern Martin Hummel (Bariton) und Ivan Koval (Akkordeon). Ihre Interpretationen vermittelten einen großartigen Eindruck von dem Werk Jacobis und ließen seine Musik für viele Besucher zu einer beglückenden Entdeckung werden.

Begleitet wurde das Konzert von einer kleinen Ausstellung zu Leben und Schaffen Wolfgang Jacobis sowie von einem sehr informativen Einführungsvortrag (siehe: Publikation des überarbeiteten Vortrags im RUGIA Rügen-Jahrbuch 2011) durch den Greifswalder Musikexperten Ekkehard Ochs.
Alles in allem eine überaus erfolgreiche Veranstaltung, die den Wunsch nach Fortsetzung wach werden ließ.


Presse-Präsentation von Jacobi-Werkverzeichnis

Anfang Dezember 2008 wurde in der Bayerischen Staatsbibliothek in München das Bayerische Musiker-Lexikon Online (BMLO) der Öffentlichkeit vorgestellt. Das einzigartige digitale Nachschlagewerk, von Mitarbeitern des Instituts für Musikwissenschaft der Universität München erstellt, enthält auch einen umfangreichen Datensatz zu Wolfgang Jacobi mit einem multimedialen Werkverzeichnis als Besonderheit.

Unter www.bmlo.lmu.de interaktiv sortierbar und ergänzt durch zahlreiche Zusatzinformationen, Notenbeispiele und Audiodateien bietet das Verzeichnis einen vielfältigen Überblick über Jacobis gesamtes Schaffen.

Zu dem Pressegespräch mit Vertretern der Ludwig-Maximilians-Universität, der Bayerischen Staatsbibliothek und der Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte waren auch die Tochter und der Enkel von Wolfgang Jacobi – Ursula Ullrich-Jacobi und Dr. Andreas Ullrich (Foto: 2. und 3. v.l.) – nach München gereist.

Weitere Informationen liefert die Pressemitteilung »Neuer Zugang zum Schaffen des Komponisten Wolfgang Jacobi«.


Jacobi in Online-Lexika

Am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg wird seit einiger Zeit ein öffentlich zugängliches Online-Lexikon erstellt, in das MusikerInnen aufgenommen werden, die während des »Dritten Reichs« verfolgt und/oder verboten wurden und deren Lebenswege bislang oft nur unzureichend dokumentiert waren. Das »Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit« enthält auch einen sehr informativen und umfassenden Beitrag über Wolfgang Jacobi.

Internet: www.LexM.uni-hamburg.de

Auch am Institut für Musikwissenschaft der Universität München wird an einem Online-Lexikon gearbeitet. In dem umfassenden Nachschlagewerk zu Personen der bayerischen Musikgeschichte mit dem Titel »Bayerisches Musiker-Lexikon Online« ist Wolfgang Jacobi unter anderem mit einem außergewöhnlichen Werkverzeichnis vertreten (s.o.).

Internet: www.bmlo.uni-muenchen.de 


Ausstellung in Viernheim

Im südhessischen Viernheim fand im September 2005 ein mehrtägiges Akkordeonmusik-Festival statt, in dessen Rahmen auch die Ausstellung »Wolfgang Jacobi zum 111. Geburtstag« zu sehen war. Zahlreiche Dokumente, Bilder und Objekte aus dem Nachlass des Komponisten informierten über dessen Leben und Werk.
Auf dem Programm der Ausstellungseröffnung am 14. September standen neben einer Gesprächsrunde mit den Jacobi-Kennern Gunter Ullrich und Dietmar Walther auch verschiedene musikalische Darbietungen von Werken Wolfgang Jacobis.


Gedenkstein in Bergen auf Rügen

Anlässlich des 110. Geburtstages von Wolfgang Jacobi am 25. Oktober 2004 wurde ihm in seiner Geburtsstadt Bergen auf Rügen ein Denkmal gesetzt. Die Gedenkstein-Enthüllung vor Jacobis Geburtshaus in der Billrothstraße 6 fand im Rahmen einer kleinen Feierstunde statt, zu der Bergens Bürgermeisterin Andrea Köster und Stadtvertretervorsteher Manfred Kendziora eingeladen hatten.


Uraufführung in Aschaffenburg

Ende Juni 2004 wurde in einem Konzert in der Aschaffenburger Stiftsbasilika erstmals eine Bearbeitung der Drei Choralvorspiele von Wolfgang Jacobi in der Besetzung Orgel und Akkordeon aufgeführt. Der Aschaffenburger Akkordeonist Stefan Kutscher hatte die Fassung erstellt und sie anlässlich des 110. Geburtstages von Jacobi zusammen mit dem Organisten Andreas Unterguggenberger der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Noten der Neufassung der Choralvorspiele sind als PDF-Dateien auf der Website des Deutschen Akkordeonlehrer-Verbandes www.dalv-online.de frei abrufbar.